Zugehörigkeiten als aktuelles Forschungsthema im Fach DaF/DaZ und in der internationalen Germanistik

MA MODUL Zugehörigkeiten (Aktuelle Entwicklungstendenzen im Fach Deutsch als Fremd- und Zweitsprache)
Altmayer, Claus / Schier, Carmen
Seminar
Do wöchentl. 15.00 – 18.00 Uhr HI 1116

Wie werden Zugehörigkeiten zu verschiedenen sozialen Gruppen in öffentlichen Diskursen, in Alltagsgesprächen, in Medien usw. zugeschrieben, ausgehandelt und bewertet? Welche Rolle spielen dabei Aspekte wie Sprache, Kultur, äußere Erscheinungsformen wie Mode oder Stil, als gemeinsam unterstellte Erinnerungen usw.? Auf welche vorgedeuteten Kategorien und Wissensressourcen (‚Deutungsmuster‘) greifen wir dabei zurück? Und welche Bedeutung haben solche ja eigentlich sozialwissenschaftlichen Problemstellungen für ein Fach wie Deutsch als Fremd- und Zweitsprache oder die internationale Germanistik? Das sind Fragen, mit denen wir uns im Rahmen dieses Moduls beschäftigen wollen.
Das Modul möchte sowohl inhaltlich als auch organisatorisch neue Wege im Lehrangebot unserer Masterstudiengänge beschreiten. Das Thema ‚Zugehörigkeiten‘ soll als aktuelle Entwicklungstendenz des Fachs sichtbar gemacht werden, die primär in den Bereich Kulturstudien gehört, die aber zumindest auch in die Linguistik hineinreicht und die zugleich hochgradig anschlussfähig ist an Fachdiskurse anderer germanistischer Teilfächer, aber auch der Soziologie, der Politikwissenschaft und der Ethnologie. Das Modul greift ein aktuelles Forschungsprojekt auf, das seit kurzem am Herder-Institut vorangetrieben wird, das aus unserer Kooperation mit der Universität Stellenbosch (Südafrika) hervorgegangen ist und an dem auch zahlreiche andere internationale Partner des Instituts beteiligt sind. Eine dreitägige Tagung zum Thema hat bereits im November 2016 in Leipzig stattgefunden, weitere Tagungen sowie Veröffentlichungen sind geplant.
Die beiden zum Modul gehörigen Seminarveranstaltungen sollen in jeweils dreistündigen Blockveranstaltungen am Donnerstagnachmittag von beiden Seminarleitern gemeinsam durchgeführt werden und nicht zuletzt auch eine stärkere Einbeziehung von Masterstudierenden in das Projekt anregen. Alle Interessierten, explizit auch Doktorand*innen, sind herzlich eingeladen, sich an den Diskussionen zu beteiligen.


Literatur:

  • Hausendorf, Heiko (2000): Zugehörigkeit durch Sprache. Eine linguistische Studie am Beispiel der deutschen Wiedervereinigung. Tübingen: Niemeyer.
  • Leggewie, Claus (2004): Zugehörigkeit und Mitgliedschaft. Die politische Kultur der Weltgesellschaft. In: Jaeger, Friedrich & Liebsch Burkhard (Hg.): Handbuch der Kulturwissenschaften. Band 1: Grundlagen und Schlüsselbegriffe. Stuttgart: Metzler, S. 316-333.
  • Mecheril, Paul (2003): Prekäre Verhältnisse. Über natio-ethno-kulturelle (Mehrfach-)Zu-gehörigkeit. Münster, New York: Waxmann.
  • Pfaff-Czarnecka, Joanna (2012): Zugehörigkeit in der mobilen Welt : Politiken der Verortung. Göttingen: Wallstein.
  • Savage, Michael; Bagnall, Gaynor; Longhurst, Brian (2005): Globalization and belonging. London: SAGE.

 

 

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